Im Bereich des heutigen Blasmusikverbandes
Schwarzwald-Baar haben sich die Blaskapellen seit über 100 Jahren in vielfältiger
und landschaftlich bezogener Form immer wieder zusammengeschlossen.
Nach
dem 2. Weltkrieg (1939 – 1945), der das musikalische Wirken der Blasmusikkapellen
zunichte machte und die bisher vielfältige Verbandsarbeit zum Erliegen brachte,
hatte jede Kapelle zu kämpfen, um eine Spielfähigkeit zu erlangen.
Es war deshalb der willkommene Anlass, dass die Kapellen der Baar und des
Schwarzwaldes, zwecks Gründung eines Volksmusikverbandes, nach Villingen eingeladen
wurden. An der Gründungsversammlung am 25.09.1949 waren 33 Kapellen vertreten,
die nach Darlegung über Sinn und Zweck eines Verbandes der Gründung des „Volksmusikverband
Schwarzwald-Baar“ zustimmten.
Zum 1. Verbandspräsidenten wurde Hermann Schleicher gewählt.
Die Gründung unseres Verbandes war eine der ersten im badischen Raum und hatte
damit auch Vorbildfunktion für weitere Gründungen. Schließlich gründeten die
Vertreter von 12 Verbänden am 29.10.1950 in Donaueschingen den „Bund
Badischer Volksmusikverbände“ mit Sitz in Freiburg. Damit war die Dachorganisation
im Südwesten hergestellt.
Der Volksmusikverband Schwarzwald-Baar nahm sodann einen wichtigen Punkt in
Angriff, nämlich die Ausbildung von Dirigenten. Bereits 1953 konnten die ersten
Musiker nach erfolgreicher Prüfung die Zeugnisse als „Laiendirigenten in Blasmusik-Kapellen“
in Empfang nehmen.
1956 wurde dann ein Verbandsjugendleiter eingeführt, welcher sich verantwortlich
den verschiedenen Grund- und Weiterbildungsmaßnahmen für Jugendliche verschiedener
Instrumentengruppen zeigte und beachtliche Fortschritte erzielte.
Als erster Verband von Blaskapellen wurde dann 1958 der Name in “Blasmusikverband
Schwarzwald-Baar“ umbenannt. Die meisten Verbände haben mit dieser
Änderung nachgezogen.
Die folgenden Jahre waren geprägt durch kontinuierliche Fortbildungsmaßnahmen
für Bläser, Ausbilder und Dirigenten, aber auch als Ansprechpartner für die
einzelnen Vereine. In dieser Zeit wurden auch regelmäßig Verbandsmusikfeste
mit Wertungsspielen abgehalten. Eine besondere Auszeichnung für den Verband
bedeutete es, dass der Bund Deutscher Blasmusikverbände (BDB) die Durchführung
des 5. Bundesmusikfestes im Jahre 1981 nach Villingen-Schwenningen vergab.
1985 wurde eine eigene Satzung für die Bläserjugend verabschiedet. Diese sicherte
der Bläserjugend Selbständigkeit in Führung und Verwaltung einschl. der Entscheidungsfreiheit
über die Verwendung der ihr zufließenden Mittel zu. Die Bläserjugend ist auch
für die regelmäßige Abnahme der Jugendmusikleistungsabzeichen in Bronze und
Silber verantwortlich, die laufend innerhalb des Verbandsgebietes durchgeführt
werden.
Zu einem Aushängeschild ist inzwischen das Verbandsjugendblasorchester geworden,
welches seit 2003 unter der Leitung von Wolfgang Laufer steht.
Im Verlauf der über 50 Jahre des Bestehens des Blasmusikverbandes Schwarzwald-Baar
gab es 14 Verbandsmusikfeste und das Bundesmusikfest mit seinen Wertungsspielen.
Diese waren nicht nur Prüfstein für die Qualität der Musikvereine, sondern
auch Volksfeste im wahrsten Sinne des Wortes.
Dem Blasmusikverband Schwarzwald-Baar gehören an:
(Stand: 01.01.2003)
-68 Musikkapellen / -vereine
-26 Kapellen haben zusätzlich noch eine Jugendkapelle
-4815 aktive MusikerInnen sind in den 68 Vereinen tätig.
-2095 davon sind unter 18 Jahren ( = 43,51 %)
-2976 von allen Aktiven sind unter 27 Jahre alt (= 61,80 %)
(zur Bläserjugend gehörend)
Wertungsspiele haben wie folgt stattgefunden:
Jahr
Ort
1950 Villingen
1952 Donaueschingen
1955 Villingen
1959 Schonach
1962 Villingen
1965 Hüfingen
1968 Tennenbronn
1972 Blumberg
1976 Klengen
1981 Villingen-Schwenningen (= Bundesmusikfest)
1984 Kirchen-Hausen
1988 Brigachtal
1992 Furtwangen
1997 Geisingen
2000 Mundelfingen
2004 Donaueschingen-AASEN
2008
VS-Tannheim
Angaben entnommen der Festschrift „50 Jahre Blasmusikverband Schwarzwald-Baar“,
welche von Hans Schleicher zusammengestellt wurde.